– BERLIN (dpa) – Die Umstrukturierung beim weltweit größten Pharmakonzern Pfizer wirkt sich nach Einschätzung des Unternehmens positiv auf die deutschen Standorte aus. «Das ist eine gute Nachricht für Deutschland», sagte der Geschäftsführer der Pfizer Deutschland GmbH, Andreas Penk, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur dpa in Berlin. «Die Neuausrichtung passt für uns perfekt, so haben wir zum Beispiel eine sehr gut entwickelte klinische Forschung.»
Pfizer hatte kürzlich an seinem Hauptsitz New York angekündigt, die Entwicklung bestimmter Medikamente einzustellen und sich auf die erfolgversprechendsten Bereiche zu konzentrieren, wie die Therapie von Krebs, Alzheimer und Diabetes sowie die Schmerzbekämpfung.
«Die Rahmenbedingungen für die Forschung in Deutschland schätzen wir insgesamt als positiv ein», betonte Penk. «Es gab eine beeindruckende Aufholjagd; deutsche Forscher sind in vielen Bereichen vorne dabei, insbesondere auch in der Krebsforschung.» Nach seiner Einschätzung werden künftig maßgeschneiderte Medikamente für bestimmte Patientengruppen immer wichtiger. Dagegen gehe die Bedeutung der großen Verkaufsschlager zurück. «Das Blockbuster-Modell wird zwar nicht komplett verschwinden, aber durch mehr spezialisierte Produkte ergänzt. Das verändert auch das Geschäftsmodell.» Derzeit bringt allein das Herz-Kreislauf-Mittel Atorvastatin von Pfizer einen weltweiten Jahresumsatz von 12,7 Milliarden US-Dollar (rund 9,3 Mrd.
Euro).
Grund für die Änderung ist laut Penk das wachsende Verständnis von Krankheiten. «Bisher war oft unklar, warum Patienten von einem Wirkstoff profitieren, andere aber nicht.» Inzwischen stehe fest, dass es nicht «den Krebs» oder «den Diabetes» gebe, entsprechend würden immer mehr individuelle Medikamente entwickelt. Als Beispiel nannte Penk ein Aids-Medikament, das nur für bestimmte Patienten deutliche Verbesserungen bringt. Ob ein Patient auf das Medikament anspricht, könne man vor der Behandlung durch einen Test feststellen.
Die höheren Entwicklungs- und Produktionskosten können nach Einschätzung Penks nur zum Teil mit Produktivitätssprüngen aufgefangen werden. «Wir brauchen Innovationsanreize, um den Fortschritt zu den Patienten zu bringen.» Deshalb sei ein Perspektivwechsel nötig: «Gesundheit darf nicht immer nur als Kostenfaktor gesehen werden. Medikamente sind oft die günstigste Möglichkeit, Produktivität auch in höherem Alter zu erhalten, so dass wir weltweit mit jüngeren Gesellschaften konkurrieren können.» Der Staat müsse neue Finanzierungsmodelle entwickeln, wie zum Beispiel einen «Gesundheits-Riester», bei dem die Menschen - wie bei der Altersvorsorge - für spätere Behandlungen ansparen.
Pfizer hat weltweit 87 000 Mitarbeiter und erzielte 2007 einen Umsatz von 48,4 Milliarden US-Dollar (rund 35,7 Mrd. Euro). In Deutschland arbeiten rund 4500 Beschäftigte an fünf größeren Standorten in Berlin, Freiburg, Illertissen, Karlsruhe und Frankfurt am Main. Der Umsatz lag bei 1,6 Milliarden Euro. Eine der bekanntesten Pfizer-Arzneien ist das Potenzmittel Viagra.
HAMBURG (MedCon) - Der weltweit führende Pharmakonzern Pfizer erwägt die Übernahme eines großen Konkurrenten, um seine Wettbewerbsposition zu stärken. "Das Ziel ist letztlich, den Umsatz zu steigern. Wir sind
offen für Zusammenschlüsse und sehen uns ständig potenzielle
Kandidaten an - große, kleine und mittelgroße", sagte Pfizer-Chef
Jeff Kindler der "Financial Times".
Kindlers Ankündigung könnte dem Bericht zufolge eine neue Runde
von Großfusionen in der Pharmaindustrie einläuten. (dpa)
KARLSRUHE (dpa) - Für Nebenwirkungen eines Medikamentes haftet eine Pharma-Firma nicht, wenn vor diesen bereits in der Packungsbeilage gewarnt wird. Das Oberlandesgericht (OLG) in Karlsruhe wies die Schadenersatzklage einer Frau ab, die nach eigenen Angaben das Schmerzmittel Vioxx eingenommen hatte und danach an Haarausfall, Bluthochdruck und Bauchschmerzen litt. Außerdem habe sie dauerhafte Schäden an Niere und Bauchspeicheldrüse davongetragen, hatte die Klägerin erklärt. Eine Haftung für bekannte, bei der Zulassung des Medikamentes als vertretbar beurteilte Nebenwirkungen gebe es nicht, argumentierten die OLG-Richter. Vioxx war bereits 2004 wegen Gesundheitsrisiken vom Markt genommen worden, da es einer Studie zufolge bei längerer Einnahme zu Herzproblemen führen kann. Solche «unerwarteten Nebenwirkungen» seien bei der Frau aber nicht aufgetreten.
BASEL (MedCon) - Der Chef des Schweizer Pharmakonzerns Novartis, Daniel Vasella, hat die Diskussion über Bonus-Zahlungen an Mitarbeiter laut dpa als "Populismus pur" bezeichnet. Die Debatte sei zwar verständlich, aber auch erschreckend, sagte er dem Schweizer Fernsehen. Die Prämien für die Ursache der internationalen Finanzkrise zu halten, sei zu kurz gegriffen. Mit einer Änderung der Entlohnungssysteme könnten Krisen künftig nicht vermieden werden, betonte Vasella, der zu den bestbezahlten Spitzenmanagern der Schweiz gehört. Novartis werde sein Bonussystem nicht ändern. (dpa)
29.04.2008 (dpa) - Die US-Regierung kauft 38,5 Millionen Dosen Impfstoff gegen das Vogelgrippe-Virus H5N1. Der Vertrag habe einen Wert von 192,5 Millionen Dollar (123,2 Millionen Euro), teilte der französische Hersteller Sanofi Pasteur am Montag in Paris mit. Der Wirkstoff wird in einer lagerfähigen Version geschickt, die im Bedarfsfall zu Impfstoff verarbeitet wird. Das Mittel soll gegen eine Variante des H5N1-Virus (Qinghai See) helfen, die bei Vögeln auftritt und sich bis nach Europa und Afrika ausgebreitet hat. Bislang wird der Erreger aber noch nicht so leicht von Mensch zu Mensch übertragen, dass er eine befürchtete weltweite Grippeepidemie auslösen kann. Seit 2003 sind 381 Menschen nachweislich an Vogelgrippe erkrankt, von denen 240 starben.
25.04.2008 (dpa) - Der verunreinigte Gerinnungshemmer Heparin aus China hat in Deutschland in mindestens 31 Fällen zu schweren Nebenwirkungen geführt. Das teilte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) am Donnerstag in Bonn mit. Seit Rücknahme der betroffenen Arzneimittelchargen und Einführung einer verschärften Prüfung seien keine weiteren Berichte über derartige Reaktionen eingegangen. Durch die neuen Prüfvorschriften sei die Heparin- Versorgung nicht gefährdet.
24.04.2008 (MedCon/ms) - Das US-Pharmaunternehmen Shire konnte jetzt den Marktzugang seines ADHS-Medikaments Vyvanse (Lisdexamphetamin) auf Erwachsene ausdehnen. Schon jetzt geht etwa ein Drittel aller Vyvanse-Verschreibungen off-label an Erwachsene. Für Shire ist es wichtig, das Medikament einzuführen, da das Patent für das komplex zusammengesetzte ADHS-Medikament Adderall XR ausläuft. Im Gegensatz zu Adderall wird Vyvanse erst im Verdauungsprozess aktiv und birgt daher weniger Überdosierungs- und Missbrauchsgefahren.
21.04.2008 (dpa) - Der Pharmakonzern Fresenius übernimmt über seine Tochter Fresenius Kabi den indischen Arzneimittelhersteller Dabur Pharma. Dies teilte das Unternehmen am Sonntag in Bad Homburg mit. Dabur sei ein führender Hersteller von Generika und Krebsmedikamenten und setze mit 960 Beschäftigten rund 41 Millionen Euro um. Fresenius Kabi stärke damit seine Position bei intravenös verabreichten Medikamenten. Fresenius zahlt für 73,3 Prozent der Aktien nach eigenen Angaben 139 Millionen Euro und gibt für weitere 20 Prozent ein öffentliches Übernahmeangebot ab.
18.04.2008 (MedCon/ms) - Die Pharmaunternehmen Wyeth und Elan Corp. haben eine klinische Studie der Phase II zu einem Alzheimer-Impfstoff angehalten, nachdem bei einem Patient eine ungeklärte Hautläsion auftrat. Das berichtet das "Wall Street Journal". Pfizer hat derzeit mehrere Alzheimer-Medikamente in der Entwicklung. Das Ende der Studie mit ACC-001 soll nach Unternehmensangaben die weiter fortgeschrittenen Studien für AAB-001 (Bapineuzumab) nicht beeinträchtigen.
15.04.2008 (dpa) Basel (dpa) - Der Schweizer Pharmakonzern Roche übernimmt für 160 Millionen Dollar (rund 100 Mio Euro) die britische Biotechnologiefirma Piramed. Damit baue Roche seine Position in der Krebsbekämpfung aus, teilte das Unternehmen am Dienstag in Basel mit. Das 2003 gegründete Unternehmen Piramed erforscht und entwickelt neue Medikamente für die Behandlung von Krebserkrankungen sowie von Entzündungskrankheiten wie Arthritis. Die Genehmigung der Übernahme durch die Wettbewerbsbehörden steht noch aus.
11.04.2008 (dpa) - Nach dem Rückruf des Aidsmittels Viracept wegen Verunreinigungen ist das Medikament nach Herstellerangaben nun wieder auf dem Markt. Der Herstellungsprozess sei geändert und diese Änderung von der EU-Kommission genehmigt worden, teilte der Hersteller Roche am Donnerstag in Grenzach-Wyhlen bei Basel mit. Der Pharmakonzern hatte das Präparat im Juni 2007 europaweit zurückgerufen, nachdem in einigen Chargen die erbgutschädigende Chemikalie Methansulfonsäureethylester festgestellt worden war. Die EU-Kommission hatte die Zulassung im August vorübergehend ausgesetzt.
03.04.2008 (MedCon/ms) - Pfizer hat eine Phase-III-Studie mit dem monoklonalen Antikörper Tremelimumab gegen fortgeschrittenes malignes Melanom abgebrochen. Der neue Wirkstoff erwies sich nicht als wirksamer als die Standard-Chemotherapie. Trotzdem will Pfizer das Medikament weiter erforschen, sagte Dr. Charles Baum von Pfizer. Der weltgrößte Pharmakonzern hatte den Anteil der Forschungsgelder für Krebsmittel letztes Jahr auf 20 Prozent von vorher 12 Prozent aufgestockt.
07.03.2008 (MedCon/ms) - Viagra-Hersteller Pfizer, der größte Pharmakonzern der Welt, will stärker in die Märkte der asiatischen Schwellenländer eindringen. Allein in China wolle das Unternehmen seine Aktivitäten auf mehr als 650 Städte von bislang 110 erweitern, teilte Pfizer mit. Bis 2012 will der Konzern seinen Marktanteil dort von vier auf sechs Prozent erhöhen.
04.03.2008 (MedCon/ms) - Der Neurologie-Spezialist UCB hat sich mit der Übernahme von Schwarz Pharma
einen Gewinneinbruch eingehandelt: Der Nettogewinn fiel im vergangenen
Jahr um 59 Prozent auf 160 Millionen Euro. Als Teil der Integrationsstrategie in das belgische Unternehmen muss Schwarz Pharma nun in Monheim und Cambridge erneut Stellen streichen. Ausgerechnet in der deutschen Forschungs- und Entwicklungsabteilung sollen 50 Mitarbeiter weniger beschäftigt sein.
22.02.2008 (MedCon) - Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) verstärkt seine europapolitische Arbeit. Aufgabe des neuen Brüsseler BPI-Büros wird, so BPI-Vorstandvorsitzender Dr. Bernd Wegener, die umfassende europäische Interessenvertretung der deutschen standortorientierten Pharmaunternehmen bei den europäischen Institutionen sein. Damit ist der BPI der erste deutsche Pharmaverband mit eigenem Büro in Brüssel. Wegener erklärte die stärkere Präsenz des BPI in Brüssel mit den zunehmenden aus Brüssel kommenden rechtlichen Vorgaben für den Pharmamarkt. Ein Blick in das deutsche Arzneimittelgesetz zeige, so Wegener, dass rund 90 Prozent der Regelungen auf Vorgaben der EU zurückgehen, die umgesetzt werden müssten.
22.02.2008 (dpa) - Der französische Pharmakonzern Sanofi- Aventis will in diesem Jahr 180 Millionen Euro in seinen Standort im Industriepark Frankfurt-Höchst investieren. Das seien etwa zehn Prozent weniger als in den vergangenen Jahren, sagte Heinz-Werner Meier, Personalvorstand und Deutschlandchef von Sanofi-Aventis, am Donnerstag im Gespräch mit der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Der Löwenanteil der geplanten Investitionssumme solle in die Fertigung von Insulin-Pens zur Injektion von Insulin fließen.Wegen sinkender Arzneimittelpreise und der Nichterstattung einzelner Medikamente von gesetzlichen Krankenkassen will Sanofi- Aventis wie bereits bekannt in diesem Jahr 380 Stellen - vor allem im Außendienst - streichen.
22.02.2008 (dpa/lhe) - Das Pharmaunternehmen Novartis Behring will für rund 145 Millionen Euro zwei neue Impfstoffproduktionsanlagen in Marburg bauen. Das Projekt ist die bisher größte Einzelinvestition von Novartis Behring am mittelhessischen Standort Marburg. Die Produktionsanlagen für Impfstoffe gegen Tollwut und Frühsommer-Hirnhautentzündung und ein Gebäude für die Qualitätskontrolle sollen bis Anfang 2010 fertig sein. Beide Produkte würden bereits am Standort Marburg produziert, sagte eine Unternehmenssprecherin.
21.02.2008 (MedCon) - Der Verein "Freiwillige Selbstkontrolle für die Arzneimittelindustrie" (FSA) hat gegen Novartis eine Strafe in Höhe von 50.000 Euro verhängt, weil das Unternehmen im vergangenen Sommer Ärzte zu einer Veranstaltung "mit hohem Freizeitwert" eingeladen hatte. Das Unternehmen hat die Strafe akzeptiert. Das berichtet die Financial Times Deutschland. Die Untersuchung war nach Angaben des Blattes angelaufen, nachdem im November der Stern über den Sachverhalt berichtet hatte.
08.02.2008 (dpa) - Der US-Pharmahersteller Merck & Co. hat sich in zwei Verfahren wegen Marketing-Aktivitäten und der Preispolitik des Unternehmens mit den Bundes- und Staatsbehörden geeinigt. Insgesamt zahle Merck 649 Millionen Dollar, teilte der Konzern am Donnerstag mit. Wegen eines im Distrikt Columbia anhängigen Streits zahle Merck 250 Millionen Dollar plus Zinsen und wegen eines weiteren Verfahrens in Pennsylvania zahle das Unternehmen 399 Millionen Dollar. Merck habe bereits im Dezember 2007 eine Belastung von 670 Millionen Dollar bekanntgegeben, was im Hinblick auf die heute veröffentliche Einigung geschehen sei.
01.02.2008 (MedCon/ms) - Die Stolberger Firma Grünenthal, Hersteller des teratogenen Schlafmittels Contergan in den Fünfzigerjahren, hat seine Verfassungsbeschwerde gegen den WDR und die Filmproduktionsfirma Zeitsprung zurückgezogen. Grünenthal hatte Klage erhoben wegen des kritischen Fernsehfilms "Eine einzige Tablette", in dem sich die Firma verunglimpft fühlte (wir berichteten). Das Landgericht Hamburg verhandelt jedoch weiter in dem Fall. Der Justiziar von Zeitsprung, Mirek Nitsch, berichtete im "Handelsblatt", dass seine Firma bereits eine positive Entscheidung habe. "Grünenthal hat offenbar Angst, dass diese
Entscheidung in der Hauptsache bestätigt wird", glaubt Nitsch.
29.01.2008 (MedCon/ms) - "If you can't beat them, join them", dachte sich wohl der Pharmahersteller Wyeth und vertreibt seinen eigenen Kassenschlager Protonix (Pantoprazol) bald als Generikum. Denn sobald ein Patent auf ein Arzneimittel abläuft (in diesem Fall im Jahr 2010), stürzen sich Generikahersteller darauf, um es nachzubauen. Den Vertrieb soll Prasco Laboratories übernehmen, ein mit Wyeth eng verbundenes Unternehmen. Wyeth sticht so den israelischen Generika-Hersteller Teva aus, mit dem sich die Firma im Vorfeld vergeblich zu einigen suchte.
31.01.2008 - Der weltgrößte Pharmakonzern Pfizer will sein Medikament Selzentry, das HIV-Infektionen verhindern kann, ohne Profit lizenzieren. Es soll eine Formulierung gefunden werden, mit der die Arznei über Scheidenzäpfchen appliziert werden kann, um bei Frauen eine Ansteckung zu unterbinden. Auf diese Weise könnte gerade in Entwicklungsländern die grassierende AIDS-Epidemie eingedämmt werden, so die Hoffnung. Doch ganz uneigennützig ist Pfizer nicht, wie das "Wall Street Journal meint": Das Unternehmen kann so leicht herausfinden, ob sein Medikament auf breite Akzeptanz stößt - eine wichtige Information für eine spätere Vermarktung.
30.01.2008
- Bayer Krebsmittel Nexavar geht um die Welt: Jetzt ist Nexavar auch in Japan, dem zweitgrößten Pharmamarkt der Welt, gegen Nierenkrebs zugelassen. Eine Zulassung für die Behandlung von Leberkrebs wie in den Vereinigten Staaten und in
Europa soll beschleunigt geprüft werden, hat die japanische Gesundheitsbehörde zugesichert.
28.01.2008 (MedCon/ms) - Als Contergan brachte es viel Leid über die Menschheit, doch Thalidomid kann Patienten mit der seltenen Knochmarkserkrankung mit dem Namen Multiples Myelom eine neue Hoffnung bieten. Die Europäische Arzneimittelagentur EMEA hat die Substanz jetzt unter strengen Auflagen zur Therapie der Krebserkrankung freigegeben, wenn die Patienten über 65 Jahre alt sind bzw. nicht mit hohen Dosen Zytostatika behandelt werden können.
26.01.2008 (MedCon/ms) - Die Europäische Arzneimittelagentur EMEA empfiehlt, in der Packungsbeilage zu Rosiglitazon-Präparaten neue Kontraindikationen anzugeben:
Rosiglitazon soll nicht von Patienten mit ischämischen
Herzerkrankungen und peripheren arteriellen Krankheiten verwendet werden. Bei akutem Koronarsyndrom ist die Substanz kontraindiziert. Rosiglitazon ist unter dem Namen Avandia sowie als Kombination mit Metformin (Avandamet) und mit Glimepirid (Avaglim) auf dem Markt.
25.01.2008 (MedCon/ms) - Nach Informationen des Wirtschaftsmagazins "Capital" will der französische Pharmakonzern Sanofi-Aventis bis Ende des Jahres 380 Stellen streichen - das wäre jeder fünfte Beschäftigte der Berliner Zentrale. Betroffen seien überwiegend Außendienstmitarbeiter - wie auch in zahlreichen anderen Pharmafirmen zuvor (wir berichteten). "Ein schwieriges regulatives Umfeld und sich verändernde
Marktstrukturen erfordern eine Neuausrichtung unserer Marketing- und
Vertriebsorganisation", formulierte ein Unternehmenssprecher.
24.01.2008 (MedCon/ms) - Die Europäische Kommission hat gegen den Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern Bayer eine Geldstrafe wegen verbotener Preisabsprachen verhängt. Die 28,87 Millionen Euro betreffen zwar die Chemiesparte, dürften den Konzern aber insgesamt belasten. Bayer behauptete gegenüber der Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires, der Betrag sei bereits durch Rückstellungen gedeckt.
23.01.2008 (MedCon/ms) - Auf den Packungen der "No-Smoking-Pille" Chantix wird in den USA jetzt ein Warnhinweis zu lesen sein, dass die Patienten wegen depressiver Verstimmung, Agitiertheit und Suizidalität beobachtet werden sollten. Diese Symptome sind während der Behandlung mit Chantix beobachtet worden. Pfizer bestreitet derweil einen kausalen Zusammenhang und behauptet, dass Raucher eher zu Selbstmordgedanken tendieren als Nichtraucher, wie kürzlich eine Studie zeigte (wir berichteten).
22.01.2008 (MedCon/ms) - Der Reninhemmer Aliskiren, in den USA als Tekturna vermarktet (Deutschland: Rasilez), bekommt Verstärkung: In den USA erhielt Novartis jetzt die Zulassung für ein Kombinationspräparat mit einem Diuretikum. So werden ein sehr neues und ein sehr altes, aber effektives Wirkprinzip, in einer Tablette vereint. Novartis hofft auf einen Multimillardenmarkt.
18.01.2008 (dpa/lsw) - Der Schweizer Pharmakonzern Roche will seine biotechnologischen Forschungs- und Produktionszentren ausbauen und dabei rund 430 Millionen Franken (266 Mio Euro) investieren. Schwerpunkt sei der Standort Penzberg in Oberbayern, wo rund 280 Millionen Franken in die Erforschung und Entwicklung biotechnologisch hergestellter Medikamente fließen sollen, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Für die Standorte Mannheim und Kaiseraugst in der Schweiz seien insgesamt Investitionen von rund 150 Millionen Franken geplant, um Kapazitäten für moderne Spritzenabfüllungen für verschiedene Medikamente auszubauen.
09.01.2008 (MedCon/ac) - Daniel Vasella, Chef des Lescol-Herstellers Novartis, nimmt gegen seinen eigenen erhöhten Cholesterinspiegel lieber das Konkurrenzprodukt Lipitor von Pfizer. Der einfache Grund: Er vertrage es besser, wie das Wall Street Journal berichtet. Bei beiden Medikamenten handelt es sich um Statine, was Vasella veranlasste zu betonen, wie wichtig es sei, dass Ärzte und Patienten die Freiheit hätten, zwischen Medikamenten aus derselben Wirkstoffklasse zu wählen.
08.01.2008 (MedCon/ms) - Der US-Pharmakonzern Pfizer hat einen Rückschlag im Patentrechtsstreit um den Cholesterinsenker Lipitor (Atorvastatin) erlitten: Ein kanadisches Gericht hat nach Aussagen von pfizer zugunsten des Generikaherstellers Apotex entschieden. Das Gericht lehnte es ab, Apotex den Start eines Generikums vor Ablauf eines bestimmten Patents im Juli 2007 zu untersagen. Pfizer kündigte Einspruch an.
03.01.2007 (MedCon/ms) - Aufgrund des Risikos für Leberschäden hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) die Zulassung von Arzneimitteln, die Kava-Kava oder das Lacton Kavain enthalten, widerrufen. Bereits seit Mai 2005 hatte die Zulassung geruht. In der Vergangenheit ist es nach Anwendung solcher Präparate zu schweren Leberschäden gekommen. Das beruhigend wirkende Kavain wurde bei Unruhezuständen eingesetzt.
12.12.2007 (MedCon/ms) - Das Antiepileptikum Vigabatrin könnte Kokainsüchtige von ihrer Abhängigkeit befreien. Eine Phase-II-Studie des US-Pharmaunternehmens Catalyst Pharmaceuticals verlief erfolgreich: 28 Prozent der über neun Wochen therapierten Patienten konnten entwöhnt werden, unter Placebo waren es nur 8 Prozent. Jetzt will Catalyst eine ähnliche Studie zur Wirksamkeit gegen Metamphetamin (Ecstasy) starten.
11.12.2007 (MedCon/mf) - Der viertgrößte japanische Pharmakonzern kauft für 3,9 Milliarden US-Dollar den amerikanischen Krebsmedikamentespezialisten MGI Pharma Inc. EISAI verspricht sich durch den Zukauf eine Verbesserung seiner Krebssparte und blickt so hoffnungsvoll in die Zukunft. EISAI kauft alle verfügbaren Aktien von MGI für 41 US-Dollar pro Aktie auf, das sind 23 Prozent mehr als der Aktienwert.
05.12.2007 (dpa) - Die US-Gesundheitsbehörde FDA will die Zusatzzulassung für das Krebsmittel Avastin von Roche als Erstbehandlung von metastasierendem Brustkrebs besonders auf Vor- und Nachteile des Wirkstoffs überprüfen. Zwar bestünden bedeutende Vorteile gegenüber herkömmlichen Therapieformen, doch würde das Medikament die Überlebensrate im Vergleich nicht entscheidend verbessern, heißt es in den FDA-Unterlagen zum heutigen "Oncology Drug Advisory Committee Meeting".
21.11.2007 (MedCon) - Das Bundesgesundheitsministerium hat Prof. Johannes Löwer als komissarischen Leiter des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) bestellt. Er tritt am 1. Dezember die Nachfolge von Prof. Reinhard Kurth an, der in den Ruhestand geht. Löwer bleibt weiterhin Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI).
13.11.2007 (MedCon/ms) - Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat in einem Streit um Ginseng-Präparate entschieden, dass eine Werbung mit Erfolgsgeschichten ihrer Kunden den Arzneimittelherstellern nicht erlaubt ist. Solche "Genesungsbescheinigungen" dürften nicht, wie im Fall erfolgt, der Packung beigelegt werden. Erlaubt ist jedoch weiterhin die allgemeine Aussage, ein Medikament unterstütze das allgemeine Wohlbefinden.
06.11.2007 (dpa) - Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer hat Umsatz und operatives Ergebnis im dritten Quartal wie erwartet gesteigert und die Prognose für das Gesamtjahr präzisiert. Das um Sondereinflüsse bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sei im Berichtszeitraum von 1,459 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum auf 1,559 Milliarden Euro geklettert, teilte der Konzern heute in Leverkusen mit. Der Umsatz legte um4,5 Prozent auf 7,793 Milliarden Euro zu. Unter dem Strich kletterte der Gewinn im dritten Quartal dank einmaliger steuerlicher Sondererträge sprunghaft auf 1,175 (0,320) Milliarden Euro.
29.10.2007 (MedCon/ms) - Das Krebsmedikament Avastin ist auf dem 1. Deutschen Internistentag mit dem diesjährigen "Galenus-von-Pergamon-Preis" ausgezeichnet worden. Der Antikörper Bevacizumab hemmt bei diesem Medikament die Blutgefäßbildung von Tumoren. Der von der "Ärzte Zeitung" gestiftete Preis geht an den Hersteller Roche.
30.10.2007 (MedCon/ms) - Pfizer hat seine Rechte am inhalierbaren Insulin Exubera an die Firma Nektar zurückgegeben, die das Medikament entwickelt hatte. Die Arznei wird nur noch etwa drei Monate lang hergestellt, damit die behandelten Patienten auf andere Präparate umgestellt werden können. Pfizer musste durch die nicht erfüllten Umsatzerwartungen an Exubera einen Gewinnrückgang verbuchen (wir berichteten).
25.10.2007 (MedCon/ms) - Sanofi-Aventis hat für sein Krebsmittel Taxotere in Europa eine weitere positive einschätzung vom Ausschuss für Humanarzneimittel erhalten. Der Konzern teilte mit, das Gremium habe der EU empfohlen, das Medikament neben einer Vielzahl anderer Tumortherapien jetzt auch zur Behandlung von Kopf- und Halskrebs im fortgeschrittenen Stadium zuzulassen. Konkurrenzprodukte sind Avastin von Roche und Alimta von Lilly.
24.11.2007 (dpa) - Der Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck will den Konzernumsatz bis 2010 auf 10 Milliarden Euro steigern. Dazu sollen unter anderem auch Zukäufe beitragen. Die Übernahme von Serono habe Merck bei Pharma in eine neue Position katapultiert, sagte Karl- Ludwig Kley, Vorsitzender der Geschäftsleitung am Mittwoch in Darmstadt zur Vorlage der Quartalsergebnisse. In der Pharmasparte werde das Krebsmittel Erbitux das Wachstum von Merck Serono in den nächsten Jahren entscheidend prägen. 2006 hatte der DAX- Konzern einen Umsatz in Höhe von 6,258 Milliarden Euro ausgewiesen.
23.10.2007 - "Sieben neue Medikamente gegen Osteoporose wollen die forschenden Arzneimittelhersteller bis 2011 auf den Markt bringen", sagte VFA -Hauptgeschäftsführerin Cornelia Yzer. Die neuen Präparate sollen die Prozesse des Knochenauf- und -abbaus wieder ins gleichgewicht bringen. Dazu fangen sie Hormonsignale an Kochen abbauenden Zellen ab oder entfalten im Knochen eine östrogenartige Wirkung, so der VFA.
18.10.2007 (MedCon/ms) - Für besonders eklatante Eingriffe in das Persönlichkeitsrecht der Mitarbeiter erhält der Pharmakonzern Novartis den diesjährigen "Big Brother Award": Die Firma habe seine Pharmareferenten von Detektiven kontrollieren lassen, die jeden Arzt- und Apothekenbesuch kontrollierten, heißt es in der "Laudatio". Diese Daten sollen dann benutzt worden sein, um missliebige Mitarbeiter loszuwerden. Der Negativ-Preis wird jährlich vom FoeBuD e.V. vergeben; in der Jury sitzen auch Mitlglieder der Deutschen Vereinigung für Datenschutz und der Internationalen Liga für Menschenrechte.
17.10.2007 (dpa) - Der US-Biotechnologie-Konzern Genentech hat auch dank wachsender Umsätze mit dem Krebsmedikament Avastin im dritten Quartal einen kräftigen Gewinnanstieg verbucht. Das Unternehmen verdiente im Juli-September-Abschnitt 685 Millionen Dollar oder 21 Prozent mehr als im Vorjahresabschnitt. Der Gewinn je Aktie erhöhte sich auf 64 (Vorjahr: 53) Cent, Der Umsatz legte auf 2,9 (2,4) Milliarden Dollar zu. Genentech steigerte den Neunmonatsumsatz auf.
26.09.2007 (MedCon/ms) - Ein Prüfimpfstoff gegen das Vogelgrippe-Virus H5N1 war nach Informationen von Sanofi Pasteur in einer Studie mit 266 gesunden Erwachsenen erfolgreich. Bei 70 Prozent der Teilnehmer seien mit einer Dosis von 1,9 Mikrogramm Antigen hohe Seroprotektionsraten erzielt worden.
25.09.2007 (MedCon/ms) - Der Impfstoffhersteller Novartis Behring hat in Marburg die weltweit erste Anlage für Grippe-Vakzine aus Zellkulturen errichtet. Nach Informationen der "Ärzte Zeitung" will Bundeskanzlerin Angela Merkel die Anlage am 2. Oktober einweihen. Noch in diesem Jahr sollen ein bis zwei Millionen Impfdosen hergestellt werden. Durch die Zellkulturen ist der Hersteller nicht mehr abhängig vom Nachschub an Hühnereiern, und auch Hühnereiweiß-Allergiker können geimpft werden.
24.09.2007 (MedCon/ms) - Für anthroposophische Arzneimittel gelten nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs dieselben Vorschriften für Registrierung und Marktzulassung wie für Homöopathika. Dies berichtet das deutsche Ärzteblatt. Gesonderte Zulassungsverfahren sind unzulässig. In Deutschland gibt es bisher ein Nachzulassungsverfahren für Anthroposophika.
20.09.2007 (dpa) - Das Biotechnologieunternehmen Evotec will mit der Übernahme der US-Medizinfirma Renovis die Behandlung von neurologischen Erkrankungen vorantreiben. Durch den Zusammenschluss solle ein weltweit tätiges pharmazeutisches Unternehmen mit großem Wachstumspotenzial entstehen. Die Evotec AG will Renovis durch einen Aktientausch für rund 152 Millionen US-Dollar übernehmen. Evotec erweitere damit das Angebot um Wirkstoffkandidaten zur Behandlung von Schmerzen und Entzündungskrankheiten.
18.09.2007 (dpa-AFX) - Der französische Pharmakonzern Sanofi-Aventis will bis zum Ende des Jahrzehnts 31 Zulassungsanträge für Medikamente stellen. Derzeit befänden sich 48 Medikamentenprojekte in der klinischen Phase IIb/III, teilte der im EuroSTOXX-50 notierte, weltweit drittgrößte Pharmakonzern am Montag anlässlich seines Forschung- und Entwicklungstages in Paris mit.
11.09.2007 (dpa) - Der Schweizer Pharmakonzern Novartis hat in den USA einen vorläufigen Verkaufsstopp für die Generika-Version seines Medikaments Famvir erwirkt, das von der israelischen Teva vertrieben wird. Famvir, ein Mittel gegen Genitalherpes, habe mehrere US- Patente, die bis 2015 gelten, teilte Novartis am Montag in Basel mit.
Bis zu diesem Dienstag könne Teva dem Berufungsgericht eine Stellungnahme vorlegen, teilte Novartis ferner mit. Der Verkaufsstopp gelte aber solange, bis die Richter endgültig entschieden hätten. Ein Verhandlungstermin stehe noch nicht fest.
04.09.2007 (MedCon/ms) - In einem "Rote-Hand-Brief" weist Novartis auf Anwendungsbeschränkungen des COX2-Hemmers Lumiracoxib (Prexige) hin. Das Arthrosemittel darf nicht mehr bei Patienten mit Leberschäden oder mit medikamentös bedingten erhöhten Transaminasewerten in der Vorgeschichte angewendet werden. Es soll nicht zusammen mit anderen lebertoxischen Substanzen eingenommen werden. In Australien war es nach Einnahme des Mittels zu schweren Leberschäden und Todesfällen gekommen.
03.09.2007 (dpa/MedCon) - Der deutsche Generikahersteller Stada übernimmt für 55,6 Millionen Euro die britische Pharmagruppe Forum Bioscience Holding, die in zwei Sparten tätig ist: Die Britannia-Sparte vertreibt patentfreie Medikamente und passt nach Angaben von Sal. Oppenheim-Analyst Marcus Konstanti gut zu Stada - nicht dagegen die Forum-Products-Sparte mit ihren Tiergesundheitspräparaten. Diese werde mittelfristig wieder verkauft, schätzt Konstanti.
16.08.2007 (MedCon) - Der amerikanische Biotechnologieriese Amgen muss Stellen abbauen. Schuld sind sinkende Umsätze des Epo-Medikaments Aranesp?. Der Umsatz des Mittels ist um 19 Prozent gesunken. Das Wall Street Journal berichtet von Einsparungen im Rahmen von 900 Millionen. 14 Prozent der Belegschaft müssen den Konzern verlassen, um Amgen wieder salonfähig zu machen. 2600 Jobs sind dementsprechend unmittelbar betroffen.