Neue Kontrastmittel für Krebsdiagnostik

Zielgerichtete Kontrastmittel erkennen tumorspezifische Antigene (Bild: LaRoche)
Zielgerichtete Kontrastmittel erkennen tumorspezifische Antigene (Bild: LaRoche)

13.11.2008 – HAMBURG/KIEL (MedCon/ur) – Wissenschaftler der Universitäten Hamburg und Kiel entwickeln neue Kontrastmittel für die MRT, um Tumore früher als bislang und auf molekularer Ebene erkennen zu können. Dies soll eine gezieltere und bessere Therapie ermöglichen. Dazu sind Techniken notwendig, die als "Molekulare Bildgebung" zusammengefasst werden.

TOMCAT, so der Titel des neuen Konsortiums soll die Magnetresonanztomographie für die Krebsdiagnostik und -forschung verbessern. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert TOMCAT mit 2,8 Millionen Euro. Harald Ittrich und Gerhard Adam vom Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) koordinieren das Konsortium: "Wir wollen hochspezifische zielgerichtete Kontrastmittel entwickeln, die auf molekularer Ebene im Millimetermaßstab kleinste bösartige Tumore oder Metastasen erkennen und uns mehr Informationen über Eigenschaften der Tumoren liefern."

Die Wissenschaftler verwenden hierfür so genannte SPIOs. Das sind superparamagnetische Eisenoxid-Partikel, die nur wenige Nanometer groß sind. Diese SPIOs werden zu zielgerichteten Detektiven, indem sie an Tumormarker gekoppelt werden. Harald Ittrich: "Das Gesamtgebilde aus SPIO und Tumormarker muss so klein wie möglich bleiben, damit das Kontrastmittel die Blutbahn verlässt und sich spezifisch am Tumor anreichert." Die Ärzte und Wissenschaftler testen zunächst in der Gewebekultur und an Mäusen, ob und wie ihre neuen Kontrastmittel funktionieren und wie effizient diese sind.

Solide Tumore, wie zum Beispiel bösartige Tumore der Lunge, der Brust (Mammakarzinome), des Darmes, der Bauchspeicheldrüse, der Leber oder ihrer Metastasen dienen als Testsysteme. Sie besitzen erhöhte Mengen bestimmter Proteine auf den Zelloberflächen, die Rezeptormoleküle der CEA-Familie (CEA = Carcinoembrionales Antigen). TOMCAT-Forscher der Klinischen Chemie in Hamburg werden Antikörper gegen diese Proteine optimieren und an SPIOs koppeln. So entstehen hochspezialisierte Nanopartikel für die Tumordiagnostik.

Heinrich Hohenberg wird mit seinen Kollegen am Heinrich-Pette-Institut untersuchen, wie diese Nanopartikel an Zellen und Gewebe binden, wie sie abgebaut oder eingelagert werden. "Wir verwenden dafür hoch auflösende Elektronenmikroskope, mit denen wir die Gewebe und Zellen unter lebensnahen Bedingungen und dreidimensional darstellen können. So soll neben der makroskopischen Sichtbarmachung der Tumoren mittels MRT auch die Wirkungsweise der Kontrastmittel im Mikro- und Nanokosmos auf zellulärer und molekularer Ebene untersucht werden.", erklärt Heinrich Hohenberg

Seit mehr als 25 Jahren sind die Philips-Forschungslaboratorien in Hamburg auf die Magnetresonanztomograpie spezialisiert und somit starker industrieller Partner im TOMCAT-Konsortium. Eine neue Methode, das "Magnetic Particle Imaging (MPI)" wurde hier vor 3 Jahren entwickelt und soll im Rahmen der Studien näher untersucht und weiterentwickelt werden. Die zentrale Frage ist, ob MPI als bildgebende Methode in der Tumordiagnostik etabliert werden kann.

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Kurzmeldungen
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    Ersteinsatz von mobiler Herz-Lungen-Maschine

    MAINZ (MedCon/ms) - Weltweit erstmalig wurde in Mainz ein Patient durch eine mobile Herz-Lungen-Maschine gerettet worden. Das System wurde bei einer Lungenembolie über die Leistengefäße des Patienten angeschlossen und versorgte sofort die Organe mit Sauerstoff. Ohne die Maschine hätte der Patient kaum überlebt, da bei einer Lungenembolie die Lunge trotz Wiederbelebungsmaßnahmen den Sauerstoff nicht aufnimmt. Das verwendete System "Lifebridge" miniaturisiert die aufwändige Technik einer Herz-Lungen-Maschine und macht sie dadurch mobil.

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    Jim Reid-Anderson wird Siemens-Vorstandsmitglied und CEO im Sector Healthcare

    30.04.2008 (MedCon) - Der Aufsichtsrat der Siemens AG hat in seiner Sitzung am Dienstag Jim Reid-Anderson mit Wirkung zum 1. Mai 2008 zum Siemens-Vorstandsmitglied ernannt. Zeitgleich übernimmt Reid-Anderson die Position des Chief Executive Officer (CEO) im Sektor Healthcare von seinem Vorgänger Erich R. Reinhardt, der im Zuge der Korruptionsaffäre zurückgetreten war (wir berichteten).
    Jim Reid-Anderson war zuvor seit November 2007 als CEO bei Siemens Healthcare Diagnostics tätig, davor hatte er die Position als Chairman, President and CEO der Dade Behring Inc. inne.

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    Sparkassen stellen Defibrillatoren bereit

    28.04.2008 (dpa/lno) - Bei Herzinfarkten gibt es künftig in Schleswig- Holstein Soforthilfe in der Sparkasse. Zunächst würden 26 Filialen mit Defibrillatoren ausgestattet, kündigten der Sparkassenverband und die Landesarbeitsgemeinschaft Herz und Kreislauf am Sonnabend in Kiel an. Um möglichst viele Menschen mit den Geräten vertraut zu machen, seien Schulungen und Informationsveranstaltungen geplant. Nach einem Infarkt gilt die Defibrillation neben einer Herzdruckmassage als einzige effektive Maßnahme zur Wiederbelebung und damit zur Rettung des Betroffenen. Sparkassenpräsident Jörg-Dietrich Kamischke rief andere Einrichtungen auf, dem Beispiel der Sparkassen zu folgen.

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    Internetportal zu Hilfsmitteln für Behinderte ausgezeichnet

    10.03.2008 (dpa/lnw) - Das europäische Internetportal Eastin mit Informationen über Hilfsmittel für Behinderte wird im Rahmen des Wettbewerbs «Ideenpark Gesundheitswirtschaft» ausgezeichnet. Der von der «Financial Times Deutschland» ausgeschriebene Wettbewerb würdigt innovative Ideen, die das Gesundheitssystem etwa bei Effizienz und Qualität verbessern, wie das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) am Donnerstag in Köln mitteilte. Eastin biete unter  www.eastin.info ein Portal an, das Zugang zum größten Info-Pool für Hilfsmittel verschaffe. Sechs europäische Datenbanken speisen ihre Infos dort ein. Der deutsche Partner Rehadat - ein vom Bundessozialministerium gefördertes IW-Projekt - stelle allein 22.700 Produktinfos bereit.

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    Fresenius Medical Care baut Standort im Saarland aus

    07.03.2008 (dpa/lrs) - Angesichts weltweit gestiegener Nachfrage baut der Dialysespezialist Fresenius Medical Care (FMC) seinen Standort im saarländischen St. Wendel aus. Bis zum Frühjahr des kommenden Jahres will das Unternehmen mit Sitz im hessischen Bad Homburg rund 39 Millionen Euro in das Werk investieren und unter anderem zwei neue Produktionsgebäude errichten, teilte FMC am Donnerstag mit. Der im DAX notierte Konzern beschäftigt im Saarland rund 1700 Menschen. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen seinen Umsatz um 14 Prozent auf 9,72 Milliarden US-Dollar (6,6 Milliarden Euro) gesteigert (wir berichteten).

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    Königsee Implantate will auf südamerikanischen Markt Fuß fassen

    06.03.2008 (dpa/th) - Der Medizintechnik-Hersteller Königsee Implantate will nun auch in Südamerika Fuß fassen. Das komplizierte Verfahren zur Zulassung der Produkte in Brasilien sei abgeschlossen worden, teilte Geschäftsführer Frank Orschler am Mittwoch mit. Das Unternehmen im Kreis Saalfeld-Rudolstadt stellt Implantate und Instrumente für die Traumatologie, Orthopädie, Wirbelsäulen- und Kinderchirurgie her. Derzeit habe die Firma etwa 135 Beschäftigte. Im vergangenen Jahr sei der Umsatz um fünf Prozent auf etwa 15 Millionen Euro gestiegen, hieß es. Inzwischen werden mehr als 1400 Kunden im In- und Ausland beliefert, etwa in China, Russland und Frankreich.

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    Sinkt der Stern der Stents?

    05.02.2007 (MedCon/ms) - Der Markt für wirkstoffbeschichtete Stents könnte bereits die Talsohle erreicht haben, berichtet das "Wall Street Journal": Laut der jüngsten Erhebung der Klinikberatungsfirma Goodroe Healthcare Solutions in 75 US-amerikanischen Krankenhäusern ist der prozentuale Anteil beschichteter Stents auf 62 Prozent gesunken - gegenüber 88 Prozent Mitte 2006. Der Grund dafür sind Hinweise aus Studien, dass beschichtete Stents nach Jahren Blutgerinnsel verursachen könnten, berichtet das Magazin.

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    Forscher entwickeln neues Diagnose-Gerät für Herzerkrankungen

    18.01.2008 (dpa) - Zur besseren Früherkennung von Herz-Kreislauf- Krankheiten wollen Jenaer Forscher ein neuartiges Diagnose-Gerät entwickeln. Es soll mittels Sensoren biomagnetische Signale des Herzens messen, teilte eine Sprecherin des Universitätsklinikums am Donnerstag mit. Zunutze machen sich die Wissenschaftler dabei, dass das Herz ein biomagnetisches Feld erzeugt. Anhand dieser Signale könnten Rückschlüsse gezogen werden, ob das Herz gesund ist oder sich Krankheiten anbahnen. Bisher seien die Geräte für eine solche Diagnose allerdings viel zu teuer und sperrig für einen flächendeckenden Einsatz. Dem wollen die Experten nun Abhilfe schaffen.

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    Mobiles Dokumentationssystem für Diabetes

    11.12.2007 (MedCon/ms) - Ein mobiles Diabetes-Tagebuch in Verbindung mit einer internetbasierten elektronischen Patientenakte soll Diabetikern und Ärzten die Kontrolle der Krankheit erleichtern. Mit dem ab Januar erhältlichen System "TeleDiabetes" des Bochumer Herstellers GEDIM sollen Patienten ihre Werte direkt aus dem Blutzuckergerät auf Handy oder PC übertragen können. Der Arzt kann aus der Ferne über Internet beurteilen, ob der Blutzucker noch gut eingestellt ist.

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    Drägerwerk verzeichnet Ergebnisrückgang im dritten Quartal

    13.11.2007 (dpa) - Der Medizintechnikkonzern Drägerwerk hat im dritten Quartal einen Ergebnisrückgang verbucht. Der Überschuss sei von 8,8 Millionen Euro vor einem Jahr auf 5,6 Millionen Euro gesunken, teilte die im TecDAX notierte Gesellschaft am Dienstag in Lübeck mit. Der Umsatz kletterte von 399,9 auf 416,1 Millionen Euro. Für die ersten neun Monate weist Dräger einen Überschuss von 27,8 Millionen Euro aus, 2,6 Millionen unter dem Ergebnis des Vergleichszeitraums. Der Umsatz beträgt 1,25 Milliarden Euro, ein Plus von 2,8 Prozent.

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    EU-Kartellbehörde gibt Siemens grünes Licht für Milliardenübernahme

    26.10.2007 (dpa/lby) - Die EU-Kartellbehörde hat Siemens grünes Licht für die Übernahme von Dade Behring gegeben. Die Integration des Labortechnik-Unternehmens in Siemens Medical Solutions Diagnostics ist dem Siemenskonzern rund fünf Milliarden Euro wert. Nach eigenen Angaben rechnet Siemens damit, die Transaktion, früher als ursprünglich geplant, direkt nach Ablauf der Angebotsphase am 31. Oktober abschließen zu können.

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    Medizintechnikhersteller eZono erhält Kapitalspritze von Investoren

    25.10.2007 (dpa/th) - Der Jenaer Medizintechnikhersteller eZono erhält eine Kapitalspritze von 2,8 Millionen Euro von der Beteiligungsgesellschaft bm-t, der KfW Bankengruppe sowie privaten Investoren aus dem In- und Ausland. Damit werden die weitere Entwicklung sowie die Vorbereitung der Markteinführung erster Produkte unterstützt. Das 2004 gegründete Unternehmen entwickelt Ultraschallgeräte in Größe und Gewicht eines Notebooks. Die erste Produktgeneration soll im kommenden Jahr auf dem europäischen Markt angeboten werden.

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    Siemens wird umgekrempelt

    15.10.2007 (MedCon/ms) - Ab Januar 2008 erhält der Technologiekonzern Siemens eine neue Struktur. Dies teilte Vorstandsschef Peter Löscher am Donnerstag in Berlin mit. Künftig wird es die Bereiche Energie, Industrie und Gesundheit (Medizintechnik) mit je einem operativ verantwortlichen Vorstand an der Spitze geben . Damit rückt der Konzern vom bisherigen Führungsinstrument des Zentralvorstandes ab, dessen Mitglieder einen Bereich betreuten, aber nicht oparativ verantwortlich waren.

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    eCard: Anwendungskonnektor freigegeben

    24.09.2007 (MedCon/ms) - Die gematik hat den Anwendungskonnektor CertiWare von MaK Data System zum Einsatz in der eCard-Testregion freigegeben. Der Vorteil: Kliniken und Versorgungszentren können mit CertiWare die neue Telematikinfrastruktur für die elektronische Gesundheitskarte nutzen, ohne ihre gewachsene IT- und Organisationslandschaft ändern zu müssen.